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Thema: Kälte oder Hitze?

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Wolfman
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    Hi,

    Kälte war nie ein Problem bei uns. Unsere Pferde leben im Offenstall, haben zwei Weidehütten und deshalb ausreichend Windschutz. Bis -21° sind sie schon in der Kälte gestanden, meiner wurde auch noch nie wegen der Kälte eingedeckt. Wichtig ist in dieser Zeit genügend Futter, da die Esserei auch wärmt.

    In der heißen Jahreszeit stehen unsere Zossen in der größten Tageshitze in den Unterständen im Schatten und dösen vor sich hin, auf die Weide gehen sie wenn´s kühler wird. Zum reiten haben wir sie immer genommen, auch wenn es sehr heiß war. Wichtig ist halt das es (je nach Steckenlänge) auch mal Wasser gibt oder man in den Wald ausweicht.
    Als wir noch auch Distanzen gingen wurde bei hohen Temperaturen natürlich auch des öfteren mit Wasser gekühlt.
    Für einen normalen Ausritt sehe ich in unseren Breiten eigentlich kaum Einschränkungen, egal ob warm oder kalt. Die größte Einschränkung bringt immer noch die alljährliche Bremsenplage. Da geht man dann sowieso erst wenn´s kühler wird.

    Ohne Sonnenschutz und ohne ausreichend zum trinken würde ich meine Pferde draussen nicht hinstellen wenn es sehr heiß ist. Ich denke das sie es wohl (v)ertragen würden, aber einen Gefallen tut man ihnen mit Sicherheit nicht.
    Da unsere aber die freie Wahl haben, hab ich mir darüber auch schon lange keine Gedanken mehr gemacht.

    Gruß Ben

  2. #2
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    Hi Sonja,
    bei Wildtieren kann man klar erkennen, daß sie die pralle Sonne bei hohen Temperaturen meiden. Das gleiche gilt natürlich auch für Pferde, egal welcher Rasse. Bei Möglichkeit verbringen sie im Schatten dösend die heiße Zeit des Tages. Am Nachmittag beginnen sie dann langsam wieder mit grasen und am Abend wird dann auch wieder herumgelaufen.
    Bei Kälte muß man, finde ich auch unterscheiden: ob es trocken oder naß ist, ob der Wind weht, oder wie bei uns, oft im Herbst der Wind den Regen waagrecht vor sich hertreibt. Das ist, finde ich, absolut kein Wetter zum draußen sein, für kein Tier! Zu dieser Zeit tragen die Pferde auch noch nicht ganz ihren Winterpelz. Bei uns sieht man dann in manchen "Ställen" die Pferde wie ein Häuflein Elend völlig verkrampft auf den Koppeln, ohne Windschatten herumstehen. Ich habe den Eindruck, die kämpfen um jede Minute, einfach nur den Tag überstehen. Zum Gott erbarmen!! Also trockene Kälte, ohne viel Wind wird da noch am leichtesten ertragen. Eine entsprechend aufmerksame Haltung oder eben idealerweise ein Offenstall umschiffen diese ganze Problematik
    Und sonst, sollte jeder sein Pferd doch soweit kennen, um bei individuellen Empfindlichkeiten z. B. bei großer Hitze ensprechend moderat zu reiten. Mein Wallach hat z. B. die größten Probleme im Frühling zur Zeit des Temperaturwechsels von kalt auf warm, wenn es die ersten Male über +20° C geht. Da ist er wirklich matt. Ist es aber dann auf Dauer warm, ist er auch wieder leistungsfähig. Es liegt also in der Hand des Halters, dem Pferd ein gutes Leben zu verschaffen
    Greta

  3. #3
    Erfahrener Benutzer
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    Grüß Euch!

    Bei unseren Norikern ist Kälte überhaupt kein Problem. Die stehen bei 20 Minus mit dem Hintern im Wind und dösen. Der Unterstand auf der Koppel wird kaum genützt.
    Beim ausreiten in der kalten Jahreszeit scheint mir, daß sie nicht schwitzen wollen und daher von sich aus bedächtiger gehen.
    Aufpassen tun wir nur darauf, daß sie nie verschwitzt draußen stehen. Da kommen sie dann nach dem Ritt eingedeckt in die Box, bis sie trocken sind und dann erst wieder raus.

    Im Sommer stehen sie öfter im Unterstand. Mir scheint aber auch hier, daß es nicht die Sonne ist, sondern die geringere Insektenbelästigung im Schatten. Ich schließe das daraus, weil sie an extrem trocken-heißen Tagen, wo keine Bremsen oder Gelsen unterwegs sind, auch immer wieder in der prallen Sonne stehen.
    Reiten in der Hitze wird halt gemütlicher angegangen und jede Möglichkeit zum Beinekühlen genützt.
    Oft spritzen wir die Tiere VOR dem Ausritt ab, das scheint ihnen zu gefallen und wir ersparen und die putzerei.

    Ich denke auch nicht, daß die Sonne/Hitze viel ausmacht. Wenn ich die fast 1000 Jahre übliche Haltung der Noriker betrachte, wo sie den ganzen Sommer auf bewuchsarmen Almen stehen und wenig zum unterstellen haben und gerade dadurch sehr robuste und wiederstandsfähige Tiere werden, dann denke ich, muß man sich bei der wesentlich geringeren Einstrahlung im "Flachland" keine Sorgen machen.

    Pferde sind generell Temperaturwiederständler.
    Ich bin schon oft in Nordafrika unterwegs gewesen. Da sind Tageshöchstwerte von 45 Grad keine Seltenheit und Nachts hats dann greade mal 2-3 Plus.
    Selbst in Island, wo ja überhaupt keine Bäume stehen hat es im Sommer öfter weit über 30 Grad und die Isis fühlen sich pudelwohl. Tags darauf schneit es und die Isis sind immer noch zufrieden.

    Ich bin zu tiefst überzeugt, daß Pferde in einem auch noch so idealem Stall NIE so zufrieden und gesund leben können, wie unter freiem Himmel, egal welche Temperatur herrscht, es sind nun mal keine "Höhlenbewohner"!
    Der Pferdehimmel auf Erden ist natürlich immer, wenn sie selber wählen können.

    LG gerald

  4. #4
    Administrator Avatar von dusty
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    Neuere wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Pferde, die gut grosse Kälte ertragen können, auch sehr gut Hitze aushalten.
    Das deckt sich auch absolut mit meinen Beobachtungen, die mit Gerald´s übereinstimmen.
    Selbst unsere Kleinen hielten sich im Winter, bei starkem Wind und zweistelligen Minusgraden, lieber auf der Koppel auf als in ihrem Unterstand.
    Und auch die Vermutung, dass die Tiere eher vor der Insektenplage im Sommer fliehen als vor der prallen Sonne, kann ich so bestätigen.
    Vorausgesetzt immer, die Pferde sind gesund, haben ausreichend Raufutter und die Wahl, wo sie sich aufhalten.
    LG
    dusty
    Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.
    (Voltaire)

  5. #5
    Benutzer Avatar von cooksonia
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    Hallo,

    meine Ponys stehen bei mir zu Hause im Offenstall.
    Mein alter Herr kommt im Winter auch nie auf die Idee sich rein zu stellen. Selbst wenn er draußen steht und anfängt zu zittern geht er freiwillig nicht rein. Da muss ich ihn dann immer entweder einsperren oder eindecken. Im Sommer hingegen steht er gerne drinnen - wahrscheinlich wegen der ganzen Insekten.
    Mein kleiner Schimmel hingegen geht in den Stall sobald die ersten Regentropfen fallen. Das scheint er ekelig zu finden. Dafür liebt er es gegen den Wind zu stehen - auch nicht ganz normal.

    Eure Erfahrungen bzw. Wissen deckt sich sehr mit dem was ich so erlebt habe.

    Gibt es sowas denn auch richtig wissenschaftlich belegt?
    Also, so wie du schreibst, dusty, wissenschaftliche Untesuchungen, die man irgendwo nachlesen kann?
    Ich würde das gerne mal schwarz-auf-weiß haben...

    Gruß
    cookie

  6. #6
    Administrator Avatar von dusty
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    Hallo cookie,
    hab´s vor Kurzem erst irgendwo gelesen und muss es erst wieder suchen. Mach ich aber.
    LG
    dusty
    Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.
    (Voltaire)

  7. #7
    Erfahrener Benutzer
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    Servus Cookie!

    Ein sehr gutes Buch über Psyche und natürliche Bedürfnisse von Pferden ist "Die Sprache der Pferde" von dem berühmten Pferdeforscher Michael Schäfer.
    Der hat u.A. mehrere Pferdeherden auf riesigen Koppeln möglichst natürlich und ohne menschlichen Störungen gehalten und beobachtet. Er hat die verschiedensten Anordnungen aufgebaut, also Unterstände, Bäume, Hügel, Sandkuhlen usw und hat beobachtet WO die Pferde Ruhen, schlafen udg. Dabei ist herausgekommen, daß sie bevorzugt auf erhöhten, trockenen und windigen Stellen ruhen und sich weder unterstellen noch windgeschützte oder schattige Stellen aufsuchen. Unter die Bäume stellten sie sich nur bei großer Insektenbelästigung.

    Es deckt sich also mit deinen, Dustys und meinen Beobachtungen.

    LG gerald

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