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Thema: Umfrage, Abwärts reiten - Haltung

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Alpentrekker
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    Umfrage, Abwärts reiten - Haltung

    Ich weiss nicht, wo ich dieses Thema einstellen sollte, so wenn es hier nicht passt, bitte einfach an den richtigen Ort verschieben.

    Ich erlebe immer wieder Diskussionen um das Thema Haltung des Reiters beim Abrutschen. So bevor ihr jetzt loslegt, lass mich erklären was ich meine.

    1. Grundsätzlich führen wir wenn es Bergab geht.
    2. Ich rede hier vom Abwärtsreiten eines steilen Abhanges, wo das Pferd ev. sogar auf der Hinterhand sitzt.
    3. Es werden verschiedene Posititionen des Reiters auf dem Pferd propangandiert.

    A: Entlastungssitz Reiter greift in die Mähne
    B: Normale Sitzhaltung etwas nach hinten gelehnt
    C: In der Senkrechten zum Gefälle

    Meine Fragen sind: welche Haltung haltet ihr für die vorteilhafteste fürs Pferd und warum.
    Was wurde Euch beigebracht und wie wurde es begründet.
    Wie macht ihr es in der Praxis und warum.

    In der Praxis verhalte ich mich nach c.

    Würde mich freuen, hier zu von Euch zu hören.

    Herzlichen Gruss
    Alpentrekker

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von feuerreiter
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    Hallo Alpentrekker,
    ich führe auch grundsätzlich, wenn es länger und steil bergab geht.
    Ich verhalte mich wie im Fall C, und aus dem Grunde, weil ich meinen eigenen Schwerpunkt damit in meine eigene Körperachse bringe.
    Mir wurde das auch so gelehrt, bergauf nach vorwärts lehnen, bergab nach hinten lehnen, so daß die Senkrechte, also die Körpermittelachse durch den eigenen Schwerpunkt (im Becken) verläuft.
    Damit stört man auch am wenigsten das Pferd, weil der Schwerpunkt immer an der gleichen Stelle bleibt.
    Grüße Ricci.
    Das Leben ist zu kurz, um nur Schritt zu reiten.

    Marengo, das 22000 km Pferd.

  3. #3
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    Bei mir auch, führen wo geht und beim reiten c. Sitzt das Pferd schön auf der Hinterhand, so ist der gemeinsame Schwerpunkt m.E am günstigsten und die Vorhand so wenig wie möglich belastet und kann gut ausbalancieren.

    LG

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von diala
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    So wurde es von Caprilli gelehrt (also A):



    und offensichtlich funktioniert es so!
    Cavalry Horseback Riding Training: "Modern Centaurs" circa 1920 Educational Films Corporation - YouTube (ich liebe dieses Video!)

    Der Hang muss dabei absolut senkrecht überwunden werden, sonst besteht die Gefahr, dass die Hinterhand Übergewicht bekommt und seitlich abschert - womit ein Sturz unvermeidlich wird. Ich muss gestehen, dass mir der Sitz wesentlich leichter fällt, wenn ich die Beine tendenziell gerade nach unten (also auf der Pferdeschulter) halte - das geht, wenn das Pferd die Aufgabe kennt. Bei jungen Pferden muss man die Hinterhand jedoch wie auf dem ersten Bild einrahmen, weil sie doch gerne seitwärts weichen würden. Die Zügel werden zu einer Brücke geformt (d.h. zwischen den Händen doppelt, womit man sich auf dem Hals abstützen kann), der Zügel bleibt beim Abrutsch angestellt, damit das Tempo kontrollierbar bleibt und das Pferd nicht hinuntergaloppiert. Man kann zwar zusätzlich in die Mähne greifen, sollte aber jederzeit die Richtung korrigieren können.

    Der Grund für den Entlastungssitz: das hat nichts mit dem Schwerpunkt zu tun (da ist sowieso alles auf der Vorhand), sondern das Pferd muss den Rücken aufwölben können, damit es maximal untertreten kann. Dies ist schon bei leichtem Gefälle so - also sollte man nie einsitzen, wenn man dem Pferd die Aufgabe erleichtern will. Der heute oft gesehene (und auch bei den TREC-Prüfungen) verlangte senkrechte Sitz hat einzig mit der Unfähigkeit der Reiter zu tun, die Knie zu schliessen

    Reizvoll sind übrigens die Pferde, die nach dem Einstieg in den Abrutsch zu bocken beginnen - da bleibe ich doch auch gerne senkrecht im Sattel, denn im Entlastungssitz hat man (ich) da wenig Chancen, nicht kopfüber zu gehen...

  5. Folgender Benutzer sagt Danke zu diala für den nützlichen Beitrag:

    Orie (11.11.2013)

  6. #5
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    Mir gefällt das immer mit dem Entlastungssitz. Da steht man dann in den Steigbügeln und die enden oben genau dort, wo mein Hintern wäre, bliebe ich sitzen.

    Weiters würde ich nie im Leben mit angestellten Zügeln bergab reiten. Damit würde ich dem Pferd jegliche Möglichkeit nehmen, sich mit dem Kopf/Hals auszubalancieren.

    LG

  7. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Alpentrekker
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    Hallo Diala
    Caprilli war doch Armee und Springreiter. Da bin ich ja schon dabei, dass man beim Springen quasi über dem Sattel schwebt.... wobei Springen ist ja wirklich nicht mein Ding.. aber warum ich diese Haltung beim Abrutschen einnehmen soll, erschliesst sich mir nicht. Wenn ich den Zügel lang lasse, damit sich das Pferd ausbalancieren kann, wird es automatisch den Kopf nach unten nehmen und sich rund machen. Zumindest machen es meine beiden so.


    CIMG0840 kompr.jpg
    Entlaste ich nicht die Vorhand, wenn ich mich im Sattel nach hinten lehne, also in der Senkrechten bleibe.
    Die Hinterhand ist ja in der Regel eh schon weit untergetreten unter den Schwerpunkt.
    Warum wird dann im TREC die Senkrechte verlangt, wenn Caprilli der grosse Lehrmeister ist ?
    Alle ungeschulten Reiter, nehmen aus meiner Wahrnehmung automatisch diese C Haltung ein. So was ist daran verkehrt ?
    Gruss Alpentrekker

  8. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von Orie
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    Ich halte mich in der Regel auch an C, wenn ich nicht gerade Absteige und eben auch führe.
    Allerdings kann ich sagen, dass ich es nicht prinzipiell so mache, kommt eben auch auf die Gangart drauf an. Sobald ich schneller wie Schritt im Bergab bin, gehe ich lieber in den leichten Sitz. damit habe ich sehr gute Erfahrungen mit den Pferden gemacht. Ich selbst habe den Eindruck, die fühlen sich dann weniger gestört.

    Dass Caprilli Armee- und Springreiter war, ist eine Sache.
    Springreiter, ok... Armee verdient aber einen anderen Stellenwert, da Armee eben noch ganz andere Schwerpunkte setzt wie alleiniges Springreiten (was es zu Caprillis Zeiten ja eh nicht gab). Die Pferde sollten in erster Linie Armeepferde werden, was heißt: sie waren meist den ganzen Tag, teils mit Vollgepäck unterwegs, um im Ernstfall "gerüstet" zu sein. Quasi also auch wie wir Wanderreiter, nur (oft) schneller und eben in JEDEM Terrain trainiert, was heute nicht mehr generell der Fall eines Wandereitpferdes ist.
    Das Video ist sehr beeindruckend und zeigt auch die Rittigkeit der Pferde hervorragend, danke Diala!

    Die Belastung von Vor- und Hinterhand mit Be-und Entlastungssitz, welche in den Köpfen fest verankert ist, gilt erst mal nur auf Ebenem Terrain. Sobald sich dieses in Bergauf und Bergab verändert, spielen wieder ganz andere Kräfte eine Rolle.

    Viele Grüße, Heike
    Carpe Diem!

  9. #8
    Erfahrener Benutzer Avatar von diala
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    wie gesagt:
    " das Pferd muss den Rücken aufwölben können, damit es maximal untertreten kann".
    Wenn die Hüften so zusammengeklappt sind, wölbt sich das Becken mit auf, und damit automatisch auch die Lendenwirbelsäule. Wenn das nicht möglich ist, denke ich, dass sich die Pferde tendenziell eher im Galopp zu "retten" versuchen.

    @Gerald: mit "angestellten Zügeln" meine ich nicht, dass man dem Pferd im Maul hängt, sondern dass man Kontakt hält. Mit hängendem Zügel hast du keine Chance, die Richtung zu korrigieren, wenn das Pferd den einfacher scheinenden schrägen Weg wählt. Und warum das so essentiell ist, habe ich oben gesagt: ab einem gewissen Gefälle bekommt das Pferd mit der Hinterhand Übergewicht, sobald es die Senkrechte verlässt. Auf einem leichten Abhang wie auf dem Bild spielt das keine Rolle.

    Ich habe wohl mehr Abrutsche gemacht, als die meisten hier (ohne mir darauf was einzubilden): in meiner Ausbildung mussten wir regelmässig in die Kiesgrube, und praktisch senkrechte Abrutsche von 5 bis 10m Höhe überwinden. Ich bin tausend Tode gestorben, wenn ich ein Pferd hatte, das abgesprungen ist, statt sorgfältig einzusteigen, oder das beim Einstieg bockte. Trotzdem kann ich es mir nicht vorstellen, solche Abhänge im Vollsitz zu machen, das Pferd braucht einfach seinen Rücken.

    @AT: warum beim TREC: Caprilli ist Italiener, TREC ist in Frankreich geboren... vielleicht deshalb?


    Anhang 279
    Spass beiseite: Im Prinzip war das Kavalleriepferd ja das vielseitigste Geländepferd, deshalb ist es gerechtfertigt, sich daran zu orientieren. Die Ausbildung aller zivilen Reiter war ja sehr lange von den landeseigenen Kavallerieschulen geprägt, mit Ausnahme der Gebrauchsreiter, der berittenen Hirten. Saumur liegt topfeben (Tor di Quinto auch...), aber Pinerolo ist in unmittelbarer Nähe von Bergen; da hat sich das anspruchsvolle Geländereiten vielleicht eher angeboten. In Frankreich hat sich im TREC möglicherweise das Gebrauchsreiten darum durchgesetzt, weil von den Reitlehrern keine gegenteiligen Instruktionen gegeben wurden - weil Saumur das Geländereiten eben nur am Rande gepflegt hat - oder aber, weil die wenigsten (französischen?) Wanderreiter jemals Reitstunden nehmen/genommen haben!

    (reine Spekulation, ich weiss... )
    Geändert von diala (11.11.2013 um 13:35 Uhr)

  10. #9
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    Ich habe das schon verstanden, mit der LEICHTEN Anlehnung, aber selbst da ist es für das Pferd unmöglich, seinen Has/Kopf deutlich zur Seite zu bewegen, ohne das es einen Ruck im Maul gibt. Und der Kopf/Halsbereich ist m.E. das Wichtigste Balanceinstrument eines Pferdes. Lenken kann ich auch ohne Anlehnung, zu mindest sollte ein Geländepferd das kennen.

    Und das mit dem Rückenaufwölben sehe ich prinzipiell anders. Ich denke, daß ein Pferd auch mit dem Reitergewicht den Rücken wölben, bzw das Becken abkippen kann. Kann es das nicht, dann ist m.E. der Reiter zu schwer, oder die Brust-Bauchmuskulatur des Pferde zu schwach.

    Was mir noch zu der obigen Methode einfällt, wenn ich mich vorbeuge, dann muß ich ja einen sehr ordentlichen Knieschluß machen. Trotzdem werde ich und vermutlich auch der Sattel etwas vorrutschen. Das würde dann die Schultern behindern, denn da ist man ja zumeist ohnehin schon recht kanpp drann.

    Da käme dann zusammen, kaum Kopffreiheit, behinderter Halsbereich durch die Zügelbrücke und eine zu mindes leicht behinderte Schulteraktion.

    Auch ich habe schon unzählige wirklich extreme Abhänge bewältigt, mein(e) Pferd(e) sitzen da fast auf ihrem Hintern und "gesteuert" werden sie durch klingeln (ich nenne so das zupfen am durchhängenden Zügel). Rücken aufwölben und Becken abkippen war trotz tiefem Reitersitz NIE ein Problem.

    LG

  11. #10
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    Zitat Zitat von gerald Beitrag anzeigen
    Ich habe das schon verstanden, mit der LEICHTEN Anlehnung, aber selbst da ist es für das Pferd unmöglich, seinen Has/Kopf deutlich zur Seite zu bewegen, ohne das es einen Ruck im Maul gibt. Und der Kopf/Halsbereich ist m.E. das Wichtigste Balanceinstrument eines Pferdes. Lenken kann ich auch ohne Anlehnung, zu mindest sollte ein Geländepferd das kennen.
    seitlich soll es ja nicht, denn dann fliegst du.

    Bei unseren Dicken mag das ja gehen, mit dem langen Zügel; die werden nichts anderes als Schritt machen, bzw. rutschen. Aber bei einem Blüter, der tendenziell lieber hinunter galoppieren würde... nö, da ist mir mein Pferd (und mein Hals) zu schade.

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