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Thema: 6 Tage im Süden: "Tour de Ost"

  1. #1
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    6 Tage im Süden: "Tour de Ost"

    So, dann werde ich auch mal „Rittberichten“…

    Unser Auftakt dieses Jahr bestand aus einer gemütlichen 6-Tage tour im Süden Deutschlands stets Richtung Osten.
    Start war Ellighofen, ein beschauliches 6-Höfe Örtchen zwischen Biberach und Ehingen.
    Ziel: Halmsried bei Altomünster, das liegt in etwa Zwischen Augsburg und München.

    1 Tag, 27.04.09,
    Abritt (noch zu zweit) in Ellighofen um ca. 10.30 Uhr, wie immer eine Stunde später als geplant
    Dieser Teil der Tour ist noch recht unspektakulär, da alles altbekanntes Gelände. Das Wetter zeigte sich leicht bewölkt mit einzelnen Sonnenabschnitten und gemäßigten Temperaturen um 14°C.
    Wir ritten auf den bei uns typischen Feld- und Wiesenwegen, durch kleine Bachfurten und den großen Heggbacher Wald vor unserer Mittagsstation, bei der wir uns dann zu einer Dreiergruppe vergrößerten.
    Nach gut 1 ½ Stündiger Rast machten wir uns dann auf, das letzte drittel unseres Weges zu bestreiten.
    Endstation an diesem Abend: Balzheim an der Iller, wo wir bei einer privaten Pferdehalterin unterkamen, die uns superherzlich aufnahm…. Und von der wir auf jeden Fall alleine schon um uns revanchieren zu können, einen Gegenbesuch erwarten!
    Die Pferde durften auf die Weide und wir an ein paar wohlverdiente Radler und unser Satteltaschenabendessen.
    Nach einer Nacht im Stroh gabs am nächsten Tag ein gutes Frühstück und auch gleich das Angebot der Anke, uns noch eine Stückchen des Weges an der Iller entlang zur Illerbrücke bei Altenstadt zu begleiten, was mit viel Freude honoriert wurde.
    Strecke: etwa 45km.

    2. Tag, 28.04.09
    Strecke von Balzheim nach Loppenhausen zum Ponycamp Böck.
    An diesem Tag hatten wir durchgehend Nieselregen, was uns aber unter unseren Mänteln nicht viel ausmachte. Besser kühler und Niesel, als 30°C und Ungeziefer ohne Ende (so vor 2 Jahren im Altmühltal… )
    Zu dritt nun wieder gings bergauf in die Wälder. Leider waren wir wieder recht spät weggekommen (das haben gute Stationen irgendwie so an sich ) und nun rächte es sich auch noch, daß wir an diesem ersten Teil des Reittages sehr viele Kalkschotterwege ohne guten Randstreifen vor uns hatten, auf der Karte natürlich nicht ersichtlich. Also erstmal nur Schritt. Und immer noch Schritt ect…. Es ging einen längeren und recht abshcüssigen Serpentinenweg im Wald hinunter, den wir komplett führten.
    Bis wir um Mittags 3 Uhr eine große Pause für die Pferde einlegten, waren wir kein Stück getrabt.
    Die Pferde bekamen ihre wohlverdiente Graspause und etwas Hafer dazu.
    Dann gings weiter, nun relativ eben und zwar Teernebenstraßen, aber dafür nun auch gute Randstreifen. Endlich Trab! Flott voran und dann wieder Bergauf.
    Wir erreichten Loppenhausen erst gegen ca. 18.30 Uhr abends. Leider lag das Ponycamp nochmals gut 2km auswärts, und das Kaff selbst zog sich unglaublich in die Länge, so daß wir fast nochmal eine Stunde brauchten, um ins Camp zukommen.
    Dort erwartete man uns bereits, und im Ferienhaus duftete es schon nach leckerem warmen Abendessen!
    Doch leider überraschte mich hier auch ein unangenehmer Fehler meinerseits: Ein Gepäckriemen war unterwegs an meinem Pferd verrutscht und hatte trotz dickem Pad und Woilach gescheuert! Und das mir! Ich ärgere mich jetzt noch über mich, daß ich nicht noch einmal mehr kontrolliert habe. GsD wars noch nicht offen, aber die Gepäckrolle hintendrauf war undenkbar geworden! So beschlossen wir, für den nächsten Tag erstmal einen Gepäcktransport zu organisieren, was auch tadellos klappte. Mit Voltaren und Arnika machte ich mich daran, meinen Pferd erste Hilfe zu leisten.
    Die Pferde kamen über Nacht in Boxen; Morgens durften wir noch eine Weide benutzen.
    Auch hier stießen wir auf liebe Gastleute und eine gute Station!
    Stecke: etwa 45km.

    3. Tag 29.04.09
    Von Loppenhausen nach Mickhausen/ Rielhofen zur Western Forest Ranch.
    Dieser Tag ging recht flott voran, was auch mitunter am reduzierten Gepäck lag. Das Wetter war zwar wie Tags zuvor nieselig, aber immer noch hielten unsere Mäntel dicht. Erstmal eine ziemliche Ebene, die wir komplett durchtraben konnten, das gab schon mal ein gutes Stück. So waren um ca. 13.30 Uhr 2/3 der Strecke geschafft, und da wir unterwegs keinen offenen Laden fanden, machten wir an einer Wiese halt, um die Pferde fressen zu lassen und um unsere Packtaschenreste zusammenzutragen, welche aus 2 kleinen Wurstdosen, einem Stück Käse, Knoblauchbrotscheiben (die getrockneten), einem paar Landjäger und Haferkeksen bestanden Hat natürlich auch gereicht *g*
    Danach gings durch die Wälder weiter Mickhausen/ Rielhofen zur Western Forest Ranch, wo wir auf Steffi und Bob trafen, die Inhaber der Ranch. Wir wurden superherzlich aufgenommen und verköstigt! Und eine solche Hausbar haben wir tatsächlich noch NIE gesehen!
    Die Pferde durften ebenfalls noch für ein paar Stunden auf die Weide und waren dann auch glücklich!
    Strecke: etwa 40km

    4. Tag 30.04.09
    Von Rielhofen nach Weil zum Gasthof Probst.
    An diesem Tag sollte sich das Wetter eigentlich bessern.. nur hatte es diesem wohl niemand gesagt… also hatten wir Vormittags nochmal Niesel. Mein Wallach bekam seine Packtschen wieder drauf, eine Rolle nicht mehr. Das restliche Gepäck wurde verteilt, und so gabs keine Probleme mehr.
    Dennoch, wir kamen zeitig nach einem „French Toast“- Frühstück weg und kamen gleich diverse Hügellandschaften hinauf, die uns tolle Ausblicke boten zu einsamen Waldbuchten, idyllische Dörfer und überall voran die Vorbereitungen für die Maibaumhocketen am folgenden Tag.
    Ein Rehbock überraschte uns knapp 3 Meter entfernt mit Riesengeraschel und Mordssprüngen, und da ließ auch der Nieselregen endlich nach.
    Mittags so um 14h kamen wir in einer Ortschaft an einer Metzgerei vorbei, wo wir uns kräftig bedienten, danach gabs für die Pferde noch eine einstündige Fresspause. Voran dann in Richtung an die Lech! Staustufe 18 hatten wir ausgewählt. Vorher noch die Überquerung der B17, auf der Autos Stoßstange an Stoßstange fahren… Aber gleich, nachdem wir dort standen, hielt auf der einen Seite ein Auto an und blockierte so den Fahrstreifen. Auf der Gegenseite tat ein Lastwagen dasselbe, und wir konnten dankend winkend schnell die Straße überqueren.
    Die Staustufe 18 ist breit ausgebaut und war ebenfalls kein enges Problem. Wir kamen noch durch 2 Hofgute hindurch, schattige Alleen, dann kamen wir auch schon nach Weil, wo wir einen wunderschön renovierten Gasthof mit Jahrhundertealter Tradition der Gast- und Pferdeversorgung und einen sehr umsorgenden Hofbetreiber vorfanden. Solche Heuberge in den Boxen hatte ich noch nirgends gesehen! Der Hofbetreiber hat gut 70 Pferde eingestellt, macht das komplette Heu und den Hafer selbst und die Pferde sind in riesigen Boxen untergebracht. Auch einen Weide bekamen wir.
    Abends bekamen wird dann schon etwas das treiben um die Mainacht mit, und nach je 2 Bier lagen wir friedlich in unserem Gasthofzimmer….
    Strecke: etwa 40km

    5. Tag, 01.05.09
    Von Weil aus nach Baindlkirch zum Zimmerschuster.
    Nun hatten wir das gute Wetter pünktlich zum 1. Mai! Sonne, sanfter Wind, was will man mehr?
    Morgens sahen wir gleich diverse Schabernacks, die in der Mainacht so angestellt wurden. Nach einen kräftigen Frühstück im Gasthof sattelten wir, damit wir bald loskommen sollten, denn der Gasthof ist Ortsmittelpunkt und dort war das halbe Dorf schon in den Vorbereitungen zum Maibaumstellen.
    Wir kamen wieder gut voran, mit schönen Wegen und super Wetter! Um 11 oder halb 12 kamen wir an Kaltenberg vorbei, wo immer die Ritterfestspiele stattfinden und machten dort gleich die erste Graspause zwischen den nicht besetzten Ritterständen. Eine Maibaumhocktete war dort freilich auch im Gange, wie in jedem bayrischen Dorf an diesem Tag. Wir bedienten uns ebenfalls mit ein paar Radlern und dann gings weiter.
    Mittags um 14h kamen wir wieder günstig an einer Hockete vorbei, wo es näh daneben einen Wiesenbewachsenen, brachliegenden, halb eingezäunten Bauplatz gab, den wir gleich zur Verfügung gestellt bekamen. So konnten wir die Pferde mit Aufsicht dort in Ruhe grasen lassen, während einer von uns Dreien immer die Versorgung von uns Reitern organisierte.
    Es war eine sehr schöne und entspannende Mittagspause.
    Danach gings flott wieder weiter, vorbei an einem Hof, wo wir die Pferde tränken durften und gleich auch ncoh was angeboten bekamen und wo wir dann noch einen kleinen Umweg reiten mussten, da der Bahnlinienübergang, den wir nutzen wollten, einer Baustelle zum Opfer gefallen war.
    In Baindlkirch kamen wir an einen wunderschönen idyllischen Bauernhof, der als Ferienhaus für Wanderreiter (oder auch einfach Urlauber ohne Pferd) mit Stall und Futter vermietet wird! Ein wirklich charmanters Höfle mit urigem Flair und zeitgenössischer Kunst sowie zum Ausspannen viele Bücher…
    Und natürlich einer schönen Weide, auf der wir die Pferde über Nacht lassen durften.
    Strecke: etwa 45km

    6. Tag, 02.05.09
    Von Baindlkirch aus nach Halmsried zur Hacienda Diabolo von Dörthe und Andre
    An diesem Tag sollten wir nochmals Verstärkung in unsere Truppe bekommen. Ralf und Axel sowie noch ein Aussi, die wir übers Internet kennen lernten, fuhren an diesem Tag mit ihren Pferden nach Baindlkirch, um mit uns Dreien zusammen zur Hacienda zu reiten.
    Da sie am Abend mit einem Auto nochmals zurückkommen würden, um ihr Fahrzeiggespann zu holen, ließen wir auch an diesem Tag ein Groß des Gepäcks dort und ritten nur leicht bestückt. Voller Optimismus auch die Regenmäntel.. das Wetter sah ja gut aus. Doch tatsächlich erwischte uns noch ein Gewitterschauer am Rande…. War allerdings GsD nicht viel, und wir wurden eigentlich nicht nass.
    Unterwegs mussten wir durch einen Baustellenunterführung, die gerade neu gebaut wurde. Vorsichtig ging es geführt über Stahlträger vorbei an Baustahlrollen ect. Weniger idyllisch, dafür aber ruhig und unkompliziert.
    Weiter dann im Wald entlang, wo wir ebenfalls wieder super Wegstrecken hatten, auch toll für die 2 Barhufer, die sich uns angeschlossen hatten.
    Mittagspause gabs in Hohenzell beim „Kramerwirt“ um etwa 14h, der uns seinen Obstgarten zur Verfügung stellte, wo wir unser langes Seil zwischen den Obstbäumen spannten und so die Pferde zum Grasen anbinden konnten. Wir selbst bekamen Biertischgarnituren und tafelten fürstlich
    Dann gings weiter, auf immer noch schönen Wegen und landschaftlichen Highlights.
    Etwa 2km vor unserem Ziel kamen wir noch durch eine kleine Hofansammlung…. Bzw. eigentlich kamen wir soweit gar nicht… Schon als wir noch unten am Hang waren, kamen die Einwohner, klappten eine Schranke herunter, Parkten ein Auto schräg davor, holten den scharfen Jagdhund und verwiesen auf ein (selbstangebrachtes!) Reitverbotsschild.
    Jegliche freundliche und sachliche Diskussion fruchtete nicht, eine arrogante Selbstjustizhaltung schlug uns entgegen.
    Also gaben wir nach, machten kehrt und ritten eben nochmal einen Bogen. Mal sehen, was dabei noch rauskommt…
    Auf der Hacienda wurden wir dann zum trotz dazu herzlichst empfangen! An diesem Tag war Hoffest dort, das Endziel unserer kleinen Reise, und es wurde eine lange Nacht.
    Wir hatten eine wunderschöne Woche und mal wieder einen tollen Aufenthalt in der Hacienda (und „unserer“ Blockhütte) mit bester Versorgung für Reiter und Pferd.
    Strecke: etwa 32km.

    Am folgenden Tag trafen dann auch unsere Gespanne zur Abholung ein, und wir fuhren nach einem guten Frühstück mit Bratkartoffeln des Hausherren gemächlich und etwas erschöpft, aber in Erinnerung an eine wunderschöne Reitwoche, nach Hause!


    DANKE an alle, die die Muße hatten, DAS jetzt zu lesen!

    Wer Karten- und Stationeninfos haben möchte, kann sich gerne melden!

    Viele Grüße, Heike

    Edit: Habe gestern die Strecken nochmal abgerädelt und die km korregiert...

  2. #2
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    Ich hatte die Muße und bereue nichts..........

    Danke für diesen Bericht. Gott sei Dank haben wir heuer auch wieder viel vor, denn sonst wäre ich jetzt echt neidig.

    LG gerald

  3. #3
    Administrator Avatar von dusty
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    Erst mal Danke für den tollen Bericht. Mit Bob und Steffi bin ich befreundet - ihre Bar ist wirklich gut bestückt. Und Kaltenberg ist schon das nördliche Ende unseres Reitgebietes. Das nächste mal gebt Laut, dann treffen wir uns.
    Das mit dem Weg versperren ist der Hammer.

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von Orie
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    Dusty, dann sag da mal einen schönen Gruß von "denne drei Oberschwoba", wenns die wieder siehst! (Ich war völlig begeistern von "French Toast" und habe mindestens 6 Scheiben gegessen... )
    Klar geben wir bescheid, wenn wir wiedermal in der Ecke sind!

  5. #5
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    klasse berichteine frage hätte ich denn doch,wieviel steigung ist da pro abschnitt drin?liebe grüßle stephi

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Orie
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    Danke Stephi!

    Steigung kann ich Dir leider gar nicht genau sagen (also in Prozent oder solchen Angaben). Das vernachlässige ich i.d.R. , wenn ich nicht gerade z.B. in Deutschen Mittelgebirgen unterwegs bin. Es war aber eine verhältnismäßig "flache" Tour.
    Gut, zwischen drin gabs schon mal kleinere Anstiege oder Abgänge, aber nichts, was ich sonst nicht auch hätte. Bei uns ists in etwa "hügelig". Keine sehr starken Anstiege.
    Auf dem Ritt hatten wir auch Tage der "Ebene"; die Lechwiesen z.b. haben ja Null Steigung, alles Flunderplatt .
    Grüßles, Heike!
    Carpe Diem!

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