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Thema: Kolik

Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Ein wirkliches Albtraumthema.

    Vor ca. 20 Jahren kaufte ich einen kleinen roten Hengst, 2,5Jahre aus einer feinen kleinen Zucht. Alle Impfungen, regelmäßige Entwurmungen.....

    Nach kurzer Zeit begann er mit Koliken und das blieb über ca. 1 1/2 Jahre so.
    Irgendwann waren wir dann so ratlos, daß wir schon gar nicht mehr wußten, was wir ihm noch füttern durften. Eines Tages fand ich dann im Auslauf, außer Reichweite der Pferde Nudeln und andere Essensreste, welche von Spaziergängern verfüttert worden waren. Die Koliken wurden aufgrund Futterverbotstafeln zwar weniger, aber sie setzten sich doch fort.
    Einmal erwischte es uns während eines Rittes. Ich führte und zog den Kleinen nach den ersten Anzeichen behutsam und zügig Richtung Heimat. Auf einer Wiese ging es dann aber nicht mehr und er ging förmlich zu Boden. Die Schmerzen nahmen nun völlig überhand. Sein Zustand verschlimmerte sich rasant, er konnte nicht mehr aufstehen und lag nach anfänglichem Wälzen schließlich nur noch auf der Seite, Herzrasen, das ganze Pferd in wenigen Augenblicken schweißüberströmt, heftigstes aber flaches Atmen, geblähte Nüstern, als wäre er gerade ein Rennen gelaufen. Die Schmerzen waren so stark, daß sein Blick förmlich erstarrte , nach innen gerichtet war und er nach außenhin kaum noch etwas wahrnahm... ich fürchtete, sein Kreislauf würde schlappmachen, kauerte neben ihm am Boden, hielt seinen Kopf in meinen Armen und es sah so aus, als würde er sein Lebenan Ort und Stelle aushauchen.... ich konnte nichts weiter für ihn tun!!!...zu dieser Zeit hatte ich noch kein Handy und wir waren ganz alleine.....
    Nach einr schrecklichen gefühlten Ewigkeit wurden seine Augen wieder klarer und er wollte und konnte wieder aufzustehen, schüttelte sich , schnaubte kräftig ab und es war vorbei.
    Mit schlotternden Knien zappelte ich neben einem müden und gezeichnetem Pferd, nach Hause.
    Der Tierarzt checkte ihn wieder einmal komplett durch ohne auch nur irgendetwas zu finden, auch das EKG war o.B..
    Einige Monate und Koliken später, endeten diese, so wie sie einst begonnen hatten.

    P.S.: Ich hoffe, nie mehr eine so schwere Kolik bei meinen Pferden zu haben. Für eine OP würde ich mich aufgrund der nachfolgenden schweren Wochen für das Pferd, nur im Falle relativ guter Genesungsaussichten bei ansonsten guter Gesundheit des Patienten entschließen.
    Kannte einige operierte Pferde, welche nie mehr wie davor wurden.
    Geändert von Greta (01.01.2013 um 17:59 Uhr) Grund: etwas vergesseb ;-)

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von Orie
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    Keine Ahnung, ob ich eine Ausnahme habe?
    Ich kenne ausser unserer eigenen Stute kein weiteres Kolikoperiertes Pferd.
    Sie war damals gute 4 Jahre alt. Ursache der Kolik wurde nicht bekannt, evtl. Anschoppung durch große Strohaufnahme, war aber nie klar.
    Sie kam spätabends um 11 in die Klinik zur Beobachtung.
    Morgens um 6h rief die Klinik dann an, dass operiert werden müsse. Wir stimmten sofort zu, es war keine Frage, dass wir ein Pferd in dem Alter operieren lassen würden.
    Gut und entgegenkommend finde ich die Einstellung der Klinik dazu. Wenn die Kolik-OP erfolgreich verläuft, zahlt man den ganz normalen Preis. Sollte das Pferd während der OP sterben oder sollte es sich herausstellen, dass bereits (große) Teile des Darmes abgestorben sind und man das Pferd nicht mehr aus der Narkose erwachen lässt, zahlt man eine Aufwandsentschädigungspauschale, die gute 60% geringer ist.
    GsD waren noch keine Teile abgestorben, der Blinddarm war zwar verdreht, aber noch alles heile.
    Den Anblick werde ich nie vergessen, den Dokor vor dem aufgeschnittenen Bauch unserer (sehr großen und massigen) Stute, die Arme ausgestreckt und auf diesen aufliegend Darmwindungen über Darmwindungen, welche er wie auch immer und völlig unverständlich für mich wieder in den Bauchraum sortierte.
    Ich bin keine Empfindliche Person, aber da wars rum bei mir.
    Unsere Stute erholte sich danach so im Vergleich zu dem recht großen Eingriff recht rasch wieder, ein knappes Vierteljahr später konnten wir bereits wieder anfangen, sie leicht im Schritt zu reiten.
    Anschließende Probleme gab es nie mehr. Ist jetzt 8,5 Jahre her
    Bis auf letzten Herbst, als sie kurzzeitig nacheinander 2 Koliken hatte. Erst mal ohne die Ursache zu kennen. Mittlerweile sind wir sicher, dass sie zuviel Fallobst abbekommen hat (wir haben Obstgartenweiden). Wir sammeln zwar ständig ab, aber da war kurzzeitig „der Wurm drin“.
    Von daher schieben wir diese 2 Koliken nicht auf die damalige Kolik mit OP zurück. Sie ist auch sonst komplett unempfindlich, auch was Futtermittel, -wechsel, -zeiten und –arten angeht.
    Wir haben die OP nie bereut und würden sie auch jetzt wieder durchführen lassen.

    Grüßles!
    Carpe Diem!

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