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Thema: Futter-Optimierung

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Alpentrekker
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    Leistungsfutter

    Ich kann die Beiträge meiner Vorredner nur bestätigen. Leistungsfutter ist grundsätzlich weniger geeignet für Pferde. Es ist, wie wenn wir uns mit Schockolade ernähren würden. Wir mögens sehr, aber Leistungssportler essen lieber Spagetti. Heu liefert mehr Energie über längere Zeit und der Magen ist darauf optimal eingerichtet.

    Nach meiner Erfahrung brauchen Pferde, die nicht wirklich arbeiten, kein Leistungsfutter. Was heisst nun Arbeiten ? Ist eine halbe Stunde longieren schon Arbeit ? 2 Stunden Ausritt ?

    Folgendes Beispiel mag als Anschauung dienen: Ich habe meinen Araber (Flash, Wallach, 480 kg) auf 2 ha
    Weide mit GPS versehen, mehrere Nächte jeweilsl 12 h lang grasen lassen, und dabei festgestellt, dass er in dieser Zeit rund 22 - 26 km grasend vorwärts gegangen ist. Daraus schliesse ich, dass für ein Pferd eine Distanz von 25 km nicht wirklich Arbeit ist.

    25-30 Lkm mit Reiter würde ich mal als leichte Arbeit einschätzen, sofern das Pferd fit ist und der Reiter das Pferd entlastend reitet.

    Warum füttere ich auf meinen Touren dennoch Leistungsfutter: Wie in vielen Situationen muss ich einen Kompromiss eingehen. Wir wissen dass unsere Araber ohne Leistung etwa 1,5 kg Heu pro 100 kg Lebendgewicht brauchen. Das sind für Flash etwa 8 kg. Bei Arbeit steigert sich dieser Bedarf bis auf das 2,5 fache... Wenn wir unsere Pferde gesamthaft 12 h am Tag arbeiten, mit ca 2 h Fresspausen, dann bleiben ihnen 12 h Zeit ihren Energiehaushalt wieder aus zu gleichen und sich aus zu ruhen.

    Wenn ich nun abends, das zweifache = 16 kg Heu oder Gras zur Verfügung habe, dann wäre sein Energiebedarf für den Tag gedeckt. Diese Menge stehen uns jedoch nciht immer zur Verfügung. Das ist ein Grund für die Zugabe von Leistungsfutter.

    Ein zweites Element ist die Zeit. Um 16 kg Gras oder Heu auf zu nehmen, braucht Flash etwa 11 h Zeit.
    Das heisst es bleibt ihm nach obigem Beispiel nur eine Stunde sich aus zu ruhen. Diese Ruhezeit zu verlängern, ist der Grund warum wir trotz genügend vorhandenem Heu Leistungsfutter zufüttern. Denn es genügt nicht, dass die Pferde genügend gefressen haben, sie müssen sich auch ausruhen, um fitt zu sein für den nächsten Tag.

    Optimalerweise füttern wir Gerste, da es etwa 50 % mehr Energie liefert als Heu, und leichter verdaulich ist als Hafer, können wir mit 2 x 1 kg etwa 3 kg Heu ersetzen. Dies bringt 2 h zusätzliche Ruhezeit.

    Gruss Alpentrekker

  2. #2
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    Servus AT!

    Sehr gut zusammengefaßt!

    Wir sind allerdings dazu übergegangen, einen guten Teil der Körner durch Öle zu ersetzen. Einfach übers Heu gegossen ist das auch unterwegs eine machbare Lösung.
    Hat den weiteren Vorteil, daß die nötige Energiemenge in Öl wesentlich kleiner (Packmaß) ist als in Körnern, das Öl schneller und leichter absorbierbar ist und der natürlichen Nahrung näher kommt. Außerdem habe ich weniger Stärke und somit einem Muskelkater vorgebeugt.

    LG gerald

  3. #3
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    Grüß Euch!

    Bin nun schon rund 1 Jahr in der Fütterung weiter gegangen!
    Müsli oder Fertigfutter gibt es überhaupt nicht mehr.
    Ich mache mir eine Mischung selber. Nicht nur, daß es billiger ist (schöner Nebenefekt), ich weis nun ganz genau, was drinnen ist und vor allem WAS NICHT !!!

    3 Teile Aspero (gehäckseltes Magerwiesenheu), 2 Teile Hafer und 1 Teil Sonnenblumenkerne. Davon bekommen sie täglich moirgens und abends ihre angepasste kleine Ration, plus Mineralmischung und Leinöl.
    Das hat sich hervorragend bewährt.

    Die Vorteile:
    Ich habe nichts drinnen, was ich nicht will (Melasse, Füllstoffe, Haltbarmacher, Geruchsstoffe, usw)
    Sie bekommen immer die gleiche Menge und fühlen sich bei der gemeinsamen Stallfütterung nicht benachteiligt.
    Ich habe auch unterwegs kaum Futterumstellungen, denn gerade Hafer hat fast jede Herberge/Bauer und wenn nicht gibts geschnittenes Heu mit Sonnenblumenöl in die Krippe.
    Ich kann die Wertigkeit der Ration zu Hause nun durch variieren der 3 Grundstoffe sehr einfach an die erforderlichen Bedürfnisse anpassen. Wird wenig gemacht, steigt der Aspero-Anteil, wird angeweidet sinkt der Hafer, wenn wir viel machen, oder im Fellwechsel steigen die Sonnenblumenkerne (= Energie ohne Stärke), usw. So bleibt die eigentliche Menge recht gleichmäßig, ich habe keine Futterumstellung und trotzdem kann ich bedarfsgerecht füttern.

    Das Ganze hat sich nun auch langfristig gesehen sehr gut bewährt.

    LG gerald

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von Sunny-Iris
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    Hallo zusammen,

    will Euch mal meine Futtergeschichte erzählen.

    Letzte Jahr nach unserem letzten langen Ausritt war es mal wieder soweit. Sunny wirkte müde, schlapp und lustlos bei jedem weiteren Ausritt. Das hatte er 2009 schon einmal gehabt, als ich sehr viel mit ihm unterwegs war.

    Konnte mir das eigentlich gar nicht erklären, weil eigentlich müsste er am Ende einer Wanderreiter Saison doch eine Top Kondition haben. Bisher habe ich mir um seine Fütterung nicht viel Gedanken gemacht. Er bekommt 200 g Hafer und ca. 8 kg Heu auf 3 x verteilt. Im Sommer dann weniger Heu wenn er auf der Koppel steht. Im Winter hat er zusätzlich ein Mineralfutter und Karotten sowie eingeweichte Grascobs erhalten.

    Um genau zu Wissen was mit ihm los ist habe ich bei ihm eine Blutanalyse machen lassen. Eigentlich eher als Reverenzwert für den Herbst, weil jetzt läuft er wieder wie immer und ist Leistungsbereit. Die Analyse hat gezeigt, dass der Gamma GT Wert deutlich zu hoch und die Versorgung mit Zink und Selen zu niedrig ist. Das Mineralfutter das er bis jetzt bekommen hat konnte diesen Mangel nicht ausgleichen. Mein TA hat mir empfohlen mich an die Ludwig-Maximilians-Universität München und Frau Prof. Dr. Ellen Kienle zu wenden, um eine Ernährungsberatung mit Rationsüberprüfung durch führen zu lassen.

    Also Fragebogen ausgedruckt und alles was er zu Essen bekommt aufs Gramm abgewogen. Auch die Leckerlies! Zur Gewicht- bestimmung, bin ich mit ihm extra in die Stadt geritten (gutes Gelassenheitstraining) und habe ihn bei einem Saatgut Hersteller auf die große Waage gestellt. Die Angezeigten 460 kg haben mich doch etwas überrascht. Bei einem Stockmaß von 1,40 m kam mir das etwas viel vor.

    Letzte Woche kam dann der Brief von der LMU mit einem Rationsvorschlag für Sommer und Winter. Mengenmässig lag ich mit meiner Fütterung gar nicht so falsch. Um seinen Mangel an Mineralien auszugleichen soll ich Magnolyth S 100 zu füttern. Nur leider ist das Zeug sau teuer. Hab jetzt mal 3 kg davon bestellt und bei der nächsten Blutanalyse wird sich zeigen ob es hält was es verspricht.

    Welches Mineralfutter füttert ihr?

    LG
    Iris

  5. #5
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    Servus!

    Ich gebe als Mineralmischung die Sempercubes von St.Hipolyth. Die ergänzen bei uns die Mineralien am besten.
    Wichtig bei den Mischungen ist m.E., daß die Inhaltsstoffe pflanzlich gebunden sind, denn chemisch gebundene sind zwar billiger, aber auch deutlich schwerer vom Pferdekörper aufzuschließen.

    Der Selenmangel bei euch wundert mich nicht. In D gelten die Böden extrem selenarm.

    Ich denke, daß du mit dem Blutbild ganz genau das Richtige gemacht hast. Nur so kann man die für den jeweiligen Fall passenden Mischungen heraus finden.
    Gut wäre auch die Analyse des Wassers. Man glaubt gar nicht, was da alles an "guten" und "schlechten" Sachen drinnen sein kann. Hausbrunnen muß man selber veranlassen und zahlen, bei Leitungswasser bekommt man die Analyse kostenlos vom Wasseranbieter.
    Ich muß z.B. darauf achten, daß meine Mineralstoffmischungen wenig Mangan enthalten, denn es ist in unserem Brunnenwasser schon reichlich vorhanden.

    LG gerald

  6. #6
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    Zitat Zitat von Sunny-Iris Beitrag anzeigen
    Zur Gewichtbestimmung, bin ich mit ihm extra in die Stadt geritten (gutes Gelassenheitstraining) und habe ihn bei einem Saatgut Hersteller auf die große Waage gestellt. Die Angezeigten 460 kg haben mich doch etwas überrascht. Bei einem Stockmaß von 1,40 m kam mir das etwas viel vor.
    Unten an unserem Stall befindet sich ein Sammelplatz für Getreide, da kann ich bei Gelegenheit mit meinem Fellpony auf die Waage. Nach dieser Waage, die allerdings nur auf 20 kg genau misst, schwankt sein Gewicht bei einem Stockmass von 138 cm je nach "Weidekondition" zwischen 420 und 450 kg. Andere Leute im Stall, die es schaffen, ihr Pferd auf die Waage zu bekommen, wundern sich auch meist, wie schwer doch ihr Pferd ist.

    Liebe Grüsse
    Tanja

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